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Prof. Dr. Dr. h.c. Rudolf Lenz

Restaurierungsprojekte in Schlesien in Kooperation mit der Universität Wroclaw und der Denkmalschutzbehörde Wroclaw (Polen)

Das kulturelle Erbe Schlesiens - Vor dem Untergang bewahren

Seit Einrichtung der Forschungsstelle für Personalschriften an der Philipps-Universität im Jahre 1976 ist es ein zentrales Anliegen ihres Gründers und damaligen Leiters und des Initiators des durch die VolkswagenStiftung geförderten heutigen Projektes "THENOM", Rudolf Lenz, neben den hessischen auch die Personalschriften der frühneuzeitlichen Kulturlandschaft Schlesien zu ermitteln und zu katalogisieren. Zwischen 1981 und 1994 weilten Mitarbeiter der Forschungsstelle für Personalschriften jährlich für mehrere Wochen zur Realisierung dieser Aufgabe an der Universität Breslau und in Schlesien. Diese Aufenthalte zeigten aber auch, dass das kulturelle Erbe Schlesiens - nicht nur die papierenen, sondern auch die lapidaren Denkmäler - vom Untergang bedroht war, da es den polnischen Eigentümern, sei es der Volksrepublik bzw. der Republik Polen, sei es den Woiwodschaften, Kommunen und nicht zuletzt der Kirche an den notwendigen Mitteln zu seinem Erhalt und Unterhalt gebrach.
So erwuchs die Überlegung, auf der Basis einer seit 1989 vertraglich geregelten Partnerschaft zwischen den Universitäten Marburg und Breslau und mit Unterstützung hochrangiger bundesdeutscher Politiker neben der Erfassung von Personalschriften auch die Restaurierung des einen oder anderen vom Zerfall bedrohten besonders wertvollen Objekts durchzuführen. Die ersten Projekte, insbesondere ist hier aufgrund seines Umfanges die Sicherungsverfilmung ausgewählter deutschsprachiger Altbestände in der Universitätsbibliothek Breslau (SIBRES) zu nennen, fanden große Unterstützung beim damaligen Bundesministerium des Inneren, Abteilung K. Deren Aufgaben gingen schließlich an den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien in Bonn (BKM) über, der die Arbeiten von Rudolf Lenz in Schlesien unterstützte und noch unterstützt. Helfend steht auch bei allen Projekten das Deutsche Generalkonsulat in Breslau zur Seite. Ein dritter wichtiger und dauerhaft um gute Zusammenarbeit bemühter Kooperationspartner ist das Denkmalschutzamt in Breslau.
Mit Abschluss der Arbeiten am Nordportal der St. Georgskirche in Reichenbach/Dzierzoniów und der davor befindlichen Figur des heiligen Georgs sind am Ende des Jahres 2011 29 erfolgreiche Restaurierungsprojekte in Schlesien durchgeführt worden.

Weitere Informationen:
www.uni-marburg.de/fb06/forschung/projekte/lenz/aktuelle