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Dr. Michael Hirschfeld

Staat und Katholische Kirche im Kaiserreich (1871-1918)

Der Konflikt zwischen Staat und Kirche dauerte über die offizielle Beedigung des Kulturkampfs 1887 hinaus bis zum Ersten Weltkrieg an. Ein wichtiger Schauplatz dieser Auseinandersetzungen waren die Bischofswahlen  bzw. -ernennungen, in deren Rahmen staatliche Instanzen kirchliche Entscheidungsprozesse zugunsten staatsloyaler Kandidaten zu beeinflussen versuchten. Der Breslauer Bischofsstuhl bot für die dadurch entstehenden Kontroversen eine geeignete Bühne, weil seine Inhaber eine führende Rolle im preußischen Episkopat spielten und die Neubesetzung daher besonders im Blickpunkt staatlicher Aufmerksamkeit stand.

Publikationen (in Auswahl):

  • Die Auseinandersetzungen um die Kardinalserhebung des Breslauer Fürstbischofs Georg Kopp 1891 bis 1893 im Spiegel staatlicher und neuer vatikanischer Quellen, in: Archiv für schlesische Kirchengeschichte, Bd. 63 (2005), S. 75-92.
  • Staatskatholik oder Ultramontaner? Adolf Bertram als Bischofskandidat im Kaiserreich, in: Archiv für schlesische Kirchengeschichte, Bd. 68 (2010), S. 17-35.
  • Die Bischofswahlen im Deutschen Reich 1887 bis 1914. Ein Konfliktfeld zwischen Staat und katholischer Kirche vom Ende des Kulturkampfes bis zum Ersten Weltkrieg, Münster 2012 [zugl. Habil-schrift Universität Vechta 2011].(darin ausführliches Kapitel über die Breslauer Bischofswahlen)

     

Kirche, Politik und Gesellschaft in der Grafschaft Glatz im 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts

Die Grafschaft Glatz als in sich geschlossene Gebirgsregion zwischen Schlesien und Böhmen wird in ihrer spezifischen Entwicklung, aber auch in ihren Bezügen zu den umliegenden Regionen in den Blick genommen. Gemäß der dominierenden Stellung der katholischen Kirche in dieser homogen katholischen Region wird der Wandel von deren Stellenwert vor dem Hintergrund verschiedener Staatsformen bzw. politischer Systeme (Monarchie, Republik, NS-Diktatur)analysiert.

Publikationen:

  • Zum Problem der Anpassung der Diözesanzirkumskription an die deutsch-tschechoslowakische Staatsgrenze zwischen den Weltkriegen (1918-1939), in: Römische Quartalschrift, Bd. 100 (2005), S. 275-287.
  • Die Ernennung der Glatzer Generalvikare in der Weimarer Republik und in der NS-Zeit, in: Horst-Alfons Meißner/Michael Hirschfeld (Hrsg.), Die Grafschaft Glatz zwischen 1918 und 1946. Beiträge über eine schlesische Kulturlandschaft, Münster 2012, S. 55-61.
  • Mehrheitlich nationalsozialistisch und doch "gut katholisch". Politischer Wandel und Katholisches Milieu in einer Grenzregion des Deutschen Reiches: Die Grafschaft Glatz zwischen 1928 und 1933, in: Joachim Kuropka (Hrsg.), Grenzen des Milieus. Vergleichende Analysen zu Stabilität und Gefährdung katholischer Milieus in der Endphase der Weimarer Republik und in der NS-Zeit, Münster 2012 (im Druck).

 

Kirchliche Integration der Heimatvertriebenen in Nordwestdeutschland 1945-1965

Auf welchen Feldern haben die beiden großen Kirchen die Aufnahme der Vertriebenen, gerade auch der Schlesier, begleitet? Welche Integrationskonzepte wurden dort entwickelt oder inwieweit boten die Kirchen Schutzräume zur Pflege heimatlicher Traditionen? Diese und andere Fragen zur Vertriebeneneingliederung werden vor dem geographischen Hintergrund Nordwestdeutschlands aufgegriffen, wobei Schlesien vielfach nicht nur als Heimat, sondern auch als Referenzpunkt auftritt.

Publikationen:

  • Katholisches Milieu und Vertriebene. Eine Fallstudie am Beispiel des Oldenburger Landes 1945-1965, Köln u.a. 2002 [zugleich Diss. phil. Hochschule Vechta 2001]
    zahlreiche Aufsätze, darunter:
  • Katholische Vertriebene und Konfessionsschule in Niedersachsen. Ein Beitrag zur Konfliktgeschichte von Kirche und Politik in der Nachkriegszeit, in: Niedersächsisches Jahrbuch für Landesgeschichte, Bd.79 (2007), S. 275-295.
  • SOS-Ruf aus der Diaspora. Selbst- und Fremdwahrnehmungen von ostvertriebenen Katholiken und Protestanten in Niedersachsen nach dem Zweiten Weltkrieg, in: Miriam Rürup (Hrsg.), Praktiken der Differenz. Diasporakulturen in der Zeitgeschichte, Göttingen 2009, S. 129.147.
  • Caritas oder Kulturwerk? Konkurrierende Erfassungsmodelle der Vertriebenen im katholischen Milieu am Beispiel der nordwestdeutschen Bistümer  Hildesheim, Münster, Osnabrück und Paderborn, in: Josef Pilvousek/Elisabeth Preuß (Hrsg.), Aufnahme - Integration - Beheimatung. Flüchtlinge, Vertriebene und die "Ankunftsgesellschaft", Berlin 2009, S.87-104.