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Dr. Guido Hitze

Kooperationsveranstaltung: "Die deutsch-polnische Grenze im 20. Jahrhundert – vom Schlagbaum zur Brücke" 22./23.10.2012 in Düsseldorf

Traditionell bestehen enge und gute Beziehungen zwischen Nordrhein-Westfalen und Polen, insbesondere zur Woiwodschaft Schlesien, die derzeit im „Polen-Nordrhein-Westfalen-Jahr 2011/12“ offiziell zum Ausdruck kommen. Zum Abschluss dieses besonderen Jahres planen die Landeszentrale für politische Bildung NRW (LZpB), das Gerhart-Hauptmann-Haus Düsseldorf (GHH), das Oberschlesische Landesmuseum Ratingen-Hösel (OSLM) sowie das Polnische Institut Düsseldorf (PI) für den 22./23. Oktober 2012 ein internationales wissenschaftliches Symposium unter dem Arbeitstitel „Die deutsch-polnische Grenze im 20. Jahrhundert. Vom Schlagbaum zur Brücke“ in Düsseldorf. Vorgesehen ist auch die Beteiligung des Lehrstuhls für Osteuropäische Geschichte an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (Prof. Beate Fieseler) als weiterer Bildungspartner. Die Veranstaltung beabsichtigt eine bessere und gründlichere öffentliche Wahrnehmung des Themas „Grenze“ im Kontext des deutsch-polnischen Verhältnisses auf wissenschaftlicher Grundlage. Mit dieser Absicht trägt die Veranstaltung zur Erfüllung der Zielsetzung des Nordrhein-Westfalen-Polen-Jahres bei, in dem sie der Verbesserung der bilateralen historisch-politischen Bildungsarbeit ebenso dient wie der Vertiefung der künftigen zukunftsorientierten Zusammenarbeit insgesamt.

Das inhaltliche Kernanliegen des Symposiums, das die Zeit zwischen dem Versailler Vertrag 1919 und dem deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrag von 1991 als Kerndaten behandeln soll, besteht darin, die deutsch-polnische Grenze im 20. Jahrhundert nicht nur als bilaterales Objekt, sondern immer auch als internationales, vor allem europäisches Phänomen zu begreifen (Verträge von Versailles und Trianon; Plebiszite 1920 und 1921, Völkerbundentscheidung über Oberschlesien und Genfer Konvention 1922, Rapallo und Locarno, deutsch-polnischer Nichtangriffsvertrag 1934, Hitler-Stalin-Pakt 1939, Potsdam 1945, der „Warschauer Vertrag“ als Auftakt der „Ost-Verträge“ 1970 ff., der Nachbarschaftsvertrag von 1991 als Konsequenz des Zwei-Plus-Vier-Vertrages; schließlich der Prozess der „Entgrenzung“ im Kontext der europäischen Integration), bei dem stets die Interessen dritter Mächte eine wesentliche Rolle spielten.